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Wie wirkt Essigsäure?

Essigsäure ist ein natürliches Produkt, das z. B. bei der Oxidation von Alkohol entsteht. In reiner Form reizen die Säure und ihre Dämpfe Haut und Atemwege. Die stark nach Essig riechende Säure kommt u. a. in der Lebensmittelindustrie und in der Chemischen Industrie zum Einsatz.

Eigenschaften

Reine Essigsäure ist eine klare Flüssigkeit, die bei Temperaturen unter ca. 17 °C erstarrt. Da die Konsistenz dieser Masse an Eis erinnert, wird sie Eisessig genannt. Die Säure gehört zur Familie der Carbonsäuren, ihre Salze heißen Acetate. Sie reagiert mit einigen Metallen, wie Eisen, Magnesium oder Zink, und löst diese unter Bildung der entsprechenden Salze auf. Essigsäure hat einen stechenden Geruch nach Essig, ist brennbar und wirkt sowohl auf Augen, Haut als auch Schleimhäute stark ätzend, d. h. sie kann dort Verätzungen verursachen.

Vorkommen und Herstellung

Essigsäure findet man in diversen Pflanzensäften oder ätherischen Ölen. Wenn Wein längere Zeit an der Luft steht, oxidiert der Alkohol bzw. das Ethanol mit Hilfe von Essigbakterien zu Essigsäure und der Wein wird sauer. Dieses Verfahren machte man sich schon in der Antike zu Nutze. An Stelle der Gärung aus Alkohol kann man diese Säure auch über eine trockene Destillation von Holz gewinnen.

Bei ca. 350 °C entsteht ein Destillat mit ungefähr 82% Wasser, 7% gelöstem Teer sowie 8 – 10% Säuren, die überwiegend aus Essigsäure bestehen. In der chemischen Industrie wird die Säure heute aus Ethin hergestellt. Ethin wird in Ethanal umgewandelt, welches mit Hilfe von Katalysatoren zu Essigsäure oxidiert.

Verwendung

In herkömmlichem Speiseessig ist ein Anteil von ca. 5% Essigsäure, Essigessenz enthält bis zu 25% Säure. Mit dieser Essenz können ganz leicht Kalkablagerungen entfernt werden. Daher findet sich die Säure auch in verschiedenen Putzmitteln, u. a. in Essigreinigern.

Essigsäure wirkt außerdem stark keimabtötend, so dass sie auch in der Lebensmittelindustrie z. B. zum Konservieren eingesetzt wird. Die Säure und ihre Salze werden als Säuerungsmittel für Gemüse und Obst in Dosen oder Gläsern, bei verschiedenen Fischprodukten, Feinkostsalaten aus dem Kühlregal, Konserven aller Art sowie Fertigsalatsaucen oder Mayonnaisen verwendet. Auf den Zutatenlisten der Lebensmittel findet man dann die E-Nummern E 260, E 261, E 262 oder E 263.

Auch zum Einlegen oder Abwaschen von Frischfleisch wird die Säure benutzt. Außerhalb der Lebensmittelindustrie kommt Essigsäure in der Kosmetikproduktion, z. B. bei Seifen oder Cremes, zum Einsatz. Sie ist auch ein Zwischenprodukt zur Herstellung von Medikamenten, Riechstoffen, Estern sowie Kunststoffen und Kunstfasern. Zudem dient sie in der Leder- und Textilindustrie als Imprägniermittel.